Poetry Jazz Publication

01. Oktober 2019 / Publikation

Poetry Jazz: Wax and Gold

Poesie-Publikation, erschienen auf Amharisch, Englisch und Deutsch

Es gibt keine Worte ohne eine Welt, die sie umgibt. Diese Netzwerke aus gesprochenen, ausgetauschten, empfangenen und verwandelten Worten erschaffen unsere kollektive Realität. Worte sind mehr als nur das Gesagte, sie stehen für Handlungen.Olafur Eliasson

Im Rahmen der langfristigen Kooperation zwischen dem Institut für Raumexperimente in Berlin und Tobiya Poetic Jazz aus Addis Abeba präsentiert die Publikation Poetry Jazz: Wax and Gold Beiträge von Dichter:innen, Sprachschöpfer:innen, Klangkünstler:innen, Musiker:innen, Komponist:innen und Übersetzer:innen aus Äthiopien, Deutschland, Südafrika und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Das vorliegende Buch ist eine Sammlung von Übersetzungshandlungen und doku­mentiert zudem sechs Live-Aufführungen, die abwechselnd in Addis Abeba und Berlin stattfanden: Poesie und Live-Musik verbindend, präsentieren die aufeinander eingespielten Künstler:innen des internationalen Kollektivs unterhaltsame wie zeitkritische Konzerte, die auf der Rezitation und Übersetzung amharischer, englischer und deutscher Texte beruhen und dabei Spoken-Word-Performance und Lyrikvortag mit musikalischen Elementen – von traditioneller äthiopischer Pentatonik-Musik über Jazz bis hin zu Protestliedern und zeitgenössischer elektronischer Musik – verbinden.
Poetry Jazz inspiriert ein involviertes Publikum mithilfe von „Wax and Gold“, einer lyrischen Form und künstlerischen Kommunikationsweise voller vielschichtiger, verborgener Bedeutungen: Die vordergründige, wörtlich verstandene Schicht aus „Wachs“ verbirgt einen Kern aus „Gold“.

Die Poetry-Jazz-Künstler:innen sind gefragte Botschafter:innen, die in unruhigen Zeiten ihrer Zuhörererschaft Geschichten erzählen und Geschichte vermitteln. Das Buch eröffnet einen Blick hinter die Kulissen der Zusammenarbeit und ist gleichzeitig eine widerständige Praxis, die Antworten auf die drängenden Herausforderungen der freien Meinungsäußerung sucht.

Poetry Jazz: Wax and Gold stellt einerseits eine Auswahl an Best-Practice-Beispielen vor, die den Resonanzraum zwischen Bühne und Publikum in Schwingung versetzen, und ermöglicht Einblicke in die Arbeitsmethoden der Mitwirkenden, beleuchtet ihre Abstecher ins Ungewisse, die Untiefen der Übersetzungspraxis und die Prozesse der gemeinsamen Wissensproduktion. Die Gedichte und Texte sind Ausdruck aktiven künstlerischen Wirkens, das Poesie in physische Räume verwandelt, in denen Geschichte fortwährend befragt, verhandelt, neu bestimmt und wieder angeeignet wird.

Mit Beiträgen von Frezer Admasu Molaligne, Olafur Eliasson, Eric Ellingsen, Clara Jo, Mihret Kebede Alwabie, Erica Licht, Robert Lippok, Bekele Mekonnen, Nebiy Mekonnen, Abebaw Melaku, Jorga Mesfin, Ari Benjamin Meyers, Neo Muyanga, Nolly Nesbit, Cia Rinne, Solomon Sahle Tizazu, Rike Scheffler, Robel Temesgen, Misrak Terefe Ergetu, Rediet Terefe Wegayehu, Christina Werner, Uljana Wolf und Meheret Zelleke.

Poetry Jazz: Wax and Gold, Berlin, 2019
Institut für Raumexperimente e.V., Berlin;
in Zusammenarbeit mit Tobiya Poetic Jazz, Addis Ababa
Erschienen bei Koenig Books, London
Hardcover; 256 Seiten; 22,0 cm x 33,0 cm
Amharisch, Englisch und Deutsch
Grafikdesign: BASICS09
ISBN: 978-3-86335-713-9
29,80 Euro
Erhätlich: Buchhandlung Walther König

Das Institut für Raumexperimente war von 2009 bis 2014 als experimentelles Bildungs- und Forschungsprojekt unter der Leitung des Gründungsdirektors Olafur Eliasson an die Universität der Künste Berlin angeschlossen. Seit Januar 2015 ist das Institut als gemeinnütziger
Verein (e. V.) eingetragen und setzt die Arbeit des ursprünglich auf fünf Jahre angelegten Projekts zur Förderung künstlerischer Forschung und Lehre fort.

Tobiya Poetic Jazz wurde 2008 von den Dichter:innen Abebaw Melaku, Mihret Kebede Alwabie, Demissew Mersha und Misrak Terefe Ergetu gegründet. Gemeinsam entwickelten sie ein Veranstaltungsformat, das Dichtung und Jazz miteinander verband und zunehmend beliebter wurde, sodass in Kürze regelmässig monatlich mehr als 1.500 Zuschauer:innen kamen. Netsa Awechi, die Band des Musikers und Komponisten Jorga Mesfin, bildete mit ihrer improvisierten und experimentellen Art zu musizieren von Anfang an das Fundament der Veranstaltung. Die Protagonist:innen des Kollektivs treten landesweit auf und erreichen ihre Zuhörerschaft national über Radio und Fernsehen. Tobiya Poetic Jazz biete ihrem Publikum eine kritische und unabhängig kreative Plattform.

Die Publikation ist Teil der Veranstaltungsreihe Poetry Jazz: Wax and Honey, I’m home des Institut für Raumexperimente in Berlin, entstanden im Dialog mit Tobiya Poetic Jazz aus Addis Abeba und realisiert in Zusammenarbeit mit derAkademie der Künste in Berlin. Das Projekt wurde durch Studio Olafur Eliasson, Berlin, durch den Kofinanzierungsfonds der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Berlin und die Graham Foundation for Advanced Studies in the Fine Arts in Chicago unterstützt.

Es wurde finanziert durch den Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes.

Poetry Jazz: Wax and Gold. Publication Preview

Kooperation

Poetry Jazz: Wax and Gold. Live Recordings

01. Oktober 2019 / Kooperation

Poetry Jazz: Wax and Gold. Films

Kooperation, Making-of