Den Fluss unterbrechen. Kunst und Aktivismus in der Stadt, Tag 1

02. Mai 2013 / Workshop

Den Fluss unterbrechen. Kunst und Aktivismus in der Stadt.

Vortrag von Joanna Warsza & Florian Malzacher

Vortrag von Joanna Warsza & Florian Malzacher, Teil I

Vortrag von Joanna Warsza & Florian Malzacher, Teil II

Im Laufe der vergangenen zwei Jahre – während unserer Recherche für die 7. Berlin Biennale unter dem Motto „Forget Fear“ sowie den 7 Tage / 24 Stunden Marathon unter dem Motto „Truth is concrete“ beim steirischen herbst 2012 – haben wir uns verstärkt mit künstlerischen Strategien in der Politik sowie politischen Strategien in der Kunst beschäftigt. Konzepte wie citizen art, nützliche Kunst, performative Demokratie und politische Choreographie markieren einen Überschneidungsraum zwischen Kunst und Aktivismus. Für solche Verhandlungen bieten urbane Räume und das soziale Geflecht der Stadt die am offensichtlich vergesslichsten Spielplätze. Dieser Workshop konzentriert sich auf ganz konkrete und zahlreiche lokale Beispiele. Nach einem schnellen und subjektiven Blick auf ortsgebundene Kunst und Aktivismus aus aller Welt, wie beispielsweise Reverend Billy, Occupy Museums, Public Movement, Rimini Protokoll und mehrere Beispiele der 7. Berlin Biennale, werden wir bei einem Stadtspaziergang einige Initiativen und Kunstprojekte in Berlin betrachten, die mit der Beziehung zwischen dem Politischen und dem Performativen spielen.

Vom Kotti zum Moritzplatz

Ein Spaziergang mit Jochen Becker

Die zwei nahe beieinander liegenden Orte in Kreuzberg tragen Spuren der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft urbaner Auseinandersetzungen. In den 1980er Jahren wurde die Hausbesetzerbewegung Berlins am Kottbusser Tor aus der Wiege gehoben, vor der kontrastiven Kulisse der hohen Betongebäude. Heute verteidigt „Kotti&Co“ – ein Kollektiv aus Menschen mit unterschiedlichen ethnischen, sozialen und Bildungshinteründen – das Recht, in diesen bezahlbaren Sozialbaukomplexen zu wohnen. Der Moritzplatz war in den 1980er Jahren das Studio der sogenannten “Neuen Wilden”, einer expressionistisch-queeren Gruppe von Malern. Jetzt entsteht hier mit dem Aufbau-Haus, Planet Modulor, dem Beta-Haus und den Prinzessinnen-Gärten ein kreatives Cluster.

Markthalle Neun

Gespräch mit Nikolaus Driessen, Gesine Dankwart, und Sandra Teitge

17.30 Spaziergang zur Markthalle Neun, Eisenbahnstraße 42/43, 10997 Berlin
18.00 – 18.15 Einführung zum Ort und Konzept der Markthalle 9 von Nikolaus Driessen, einem der Initiatoren
18.15 – 19.15 Präsentation „Chez Icke“ mit Gesine Dankwart
Chez Icke ist eine virtuell-reale Barfabrik, die an verschiedenen realen und virtuellen Orten sowohl als Kneipe um die Ecke als auch als interactive Plattform in einem World Wide Web Pub besteht. Die erstmalige Präsentation in der Berliner Markthalle 9 fand im Rahmen einer HAU – Hebbel am Ufer Produktion statt und wird nun in vier Städten als Teil der Impulse Theaterbiennale 2013 fortgeführt.
19.15-20.00 Präsentation „Dinner Exchange Berlin“ von Sandra Teitge
Dinner Exchange Berlin ist ein Dinnerclub, der von Sarah Mewes und Sandra Teitge ins Leben gerufen wurde. Die jeweiligen Menüs bestehen aus Obst und Gemüse, das am Ende eines Markttages normalerweise als Abfall entsorgt worden wäre. Dinner Exchange Berlin hat innerhalb verschiedener Rahmenveranstaltungen wie der dOCUMENTA 13 und am KW Institute for Contemporary Art Berlin gekocht und gelegentlich Vortragende aus unterschiedlichen Bereichen für Diskussionen und Performances zu ausgewählten Themen eingeladen. Dinner Exchange Berlin richtet Table Talks für den Georgischen Pavillon im Rahmen der 55. Biennale in Venedig aus.

Gespräch, Markthalle Neun